Spezialambulanz Inkontinenz und Beckenbodenschwäche der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe

Inkontinenz bzw. Beckenbodenschwäche können enorm belastend sein und die Lebensqualität deutlich einschränken. Dieses reicht vom ungewollten Harnabgang, d.h. Abgang von Urin noch bevor die Toilette erreicht werden kann, über den plötzlichen Urinverlust beim Heben eines schweren Gegenstandes, wie eine Tasche, bis hin zu einem störenden Fremdkörpergefühl in der Scheide. Diese Symptome sind für viele Frauen ein unschöner Bestandteil ihres Alltags. Sechs bis acht Millionen Frauen und Männer in Deutschland leiden unter Harn- oder Stuhlinkontinenz bzw. einer Beckenbodenerkrankung (wie zum Beispiel Senkungszuständen). 15 - 35 % der Frauen erkranken bereits schon in jungen Jahren an einer Blasenschwäche. Bei den über 60-jährigen Frauen betrifft es etwa die Hälfte.

Allerdings sind Inkontinenz und Senkungsbeschwerden meist dauerhaft heilbar!

Voraussetzung für eine erfolgreiche Therapie ist das offene und vertrauensvolle Gespräch mit einer spezialisierten Ärztin bzw. Arzt. Vielfach wird aber schweigend gelitten, denn derartige Krankheiten werden häufig als peinlich empfunden: darüber spricht man nicht. Oft rauben diese Krankheitsbilder nicht nur den Schlaf, sondern es leiden darunter das Selbstwertgefühl und die Lebensfreude! Dieses ist bedauerlich, denn in den meisten Fällen ist durch eine gezielte Behandlung eine Heilung oder zumindest eine deutliche Besserung möglich.

Im Rahmen unserer Spezialambulanz Inkontinenz und Beckenbodenschwäche der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe erfolgt nach einem ausführlichen Gespräch mit Erhebung der genauen Beschwerden die spezialisierte Diagnostik für eine genaue Diagnosefindung, die Beratung über die Möglichkeiten der Therapie mit Darstellung von Alternativen als auch die jeweiligen Vor- und Nachteile und die Planung der weiteren Therapieschritte nach gemeinsamer Entscheidungsfindung.

Voraussetzung für jede erfolgreiche Behandlung ist die sehr genaue Untersuchung und Diagnosestellung. Nur so besteht die beste Aussicht auf eine erfolgreiche Behandlung der Beschwerden. Um jeder Patientin die beste Therapiemöglichkeit ihres individuellen Problems anzubieten, existieren eine Reihe von allgemeinen und speziellen Untersuchungen. Dazu gehören unter anderem:

 

  • Druckmessung der Harnröhre und der Harnblase (Urodynamik)
  • Funktionsmessung der Harnblasenentleerung (Uroflow)
  • Untersuchung der anatomischen Strukturen (Harnblase, Scheide, Gebärmutter, Enddarm) durch Tasten und Ultraschall, ggf. weitere Bildgebungsverfahren
  • Ultraschallschaluntersuchung der Nieren
  • Funktionsbeurteilung der Beckenbodenmuskulatur (Kontraktion/ EMG)
  • Harndiagnostik zum Infektionsausschluss
  • Ultraschall Untersuchung des Beckenbodens (bei besonderer Fragestellung ggf. 3D Untersuchung)

Es existieren verschiedene Formen der Harninkontinenz. Diese werden häufig von Senkungsproblemen begleitet. Seltener führt die Senkung des inneren Genitales allein zu Problemen. Die Krankheitsbilder, Symptome und Ursachen sind u.a. die folgenden:

Inkontinenz
•    Urinverlust am Lachen und Husten (Belastungsinkontinenz)
•    ständiger Harndrang mit und ohne Urinverlust (Dranginkontinenz)
•    Mischinkontinenz
•    keine ausreichende Entleerung der Harnblase (Überlaufinkontinenz)
•    Urinverlust beim Geschlechtsverkehr

Senkung im Bereich des Beckenbodens
•    Blasensenkung (Zystozele)
•    Enddarmsenkung (Rektozele)
•    Gebärmuttersenkung (Deszensus uteri)
•    Scheidensenkung (Deszensus vaginae)
•    Senkung des Dünndarms (Enterozele)


Nach der genauen Untersuchung bieten wir den Patientinnen eine maßgeschneiderte individuelle Behandlung an.
Zunächst ist es das Ziel, eine konservative Therapie zu ermöglichen, d.h. erst alle nicht-operativen Maßnahmen auszuschöpfen. Durch den Einsatz spezifischer Medikamente und des physiotherapeutischen Trainings des Beckenbodens können häufig sehr gute Erfolge erzielt werden. Auch eine Senkung im Genitalbereich kann zunächst auch konservativ behandelt werden (z.B. durch eine so genannte Pessartherapie, d.h. Einlage eines Würfels/ Ringes, welcher die Organe in die normale Position bringt).


Sind konservative Maßnahmen nicht möglich oder bringen keinen Erfolg, empfehlen wir eine operative Behandlung.


In unserer Klinik bieten wir vielfältige operative Therapiemöglichkeiten an. Das Ziel ist es, immer so schonend wie möglich zu fahren. Dementsprechend wird der Großteil der Operationen minimal-invasiv durchgeführt, d.h. ohne große Schnitte durch die Scheide oder per Bauchspiegelung (Laparoskopie). Eine Senkung bedeutet auch nicht zwingend, dass die Gebärmutter entfernen werden muss.
Falls notwendig werden auch andere Fachdisziplinen (Urologie, Proktologie) für eine ganzheitliche und interdisziplinäre Therapie herangezogen.
Insgesamt orientiert sich die Therapie an den Beschwerden und den persönlichen Bedürfnissen der Patientin. Ein deutliches Plus an Lebensqualität ist unser Ziel!


Ihre Ansprechpartner:

Frau Dr. med. Birgit Kohlschein, Koordinatorin des Beckenbodenzentrums


Frau Alexandra Jené, Koordinatorin des Beckenbodenzentrums


Herr Prof. Dr. Michael P. Lux, Chefarzt der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe

Zum Team der Gynäkologie

Sprechstundenzeiten:

  • Dienstags 09:00 bis 12:00 (St. Josefs-Krankenhaus Salzkotten)
  • Mittwochs 08:00 bis 12:00 Uhr (Frauen- und Kinderklinik St. Louise) und 13:00 bis 16:00 Uhr (St. Josefs-Krankenhaus)
  • Donnerstags 09:00 bis 12:00 Uhr (St. Josefs-KrankenhausSalzkotten)

So erreichen Sie uns:

E-Mail: Beckenbodenzentrum@vincenz.de 

Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe   
Frauen- und Kinderklinik St. Louise
Husener Str. 81 
33098 Paderborn                         

Telefon: 05251/86-4900
Telefax: 05251/86-4902

 

 


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