Hilferuf aus der St. Louise Kinderklinik: Bereits 25 Helfer im Einsatz

Lage jedoch weiterhin angespannt

Eine heftige Infektwelle des RS-Virus, volle Kindernotaufnahmen und eine große Lücke an Fachpersonal: Seit Mitte Dezember ist die Lage in Deutschlands Kinderkliniken sehr angespannt – so auch in Paderborn. Mitte Dezember sendete die Kinderklinik St. Louise daher einen Hilferuf, der sich wie ein Lauffeuer verbreitete. 

Mehr als 80 Freiwillige meldeten sich daraufhin, um zu unterstützen. Darunter Sanitäter, Studierende, Feuerwehrleute und auch Gesundheits- und (Kinder-) Krankenpfleger sowie Medizinische Fachangestellte. Sogar aus den anderen Betriebsstätten kamen Angebote von Mitarbeitenden, zusätzlich zu ihren Diensten in St. Vincenz oder St. Josefs in der Kinderklinik auszuhelfen. „Ein ganz starkes Signal“, ist Hauptgeschäftsführer Dr. Josef Düllings beeindruckt.

„Die Resonanz auf unseren Aufruf war unglaublich. Das Telefon stand mehrere Tage nicht still und 80 Freiwillige meldeten sich bei mir. Ich möchte mich heute noch einmal ganz herzlich bei jedem Einzelnen bedanken, der uns seine Hilfe angeboten hat, auch wenn wir diese nicht in allen Fällen annehmen konnten“, berichtet Pia Lages, Pflegedienstleiterin. Mittlerweile seien mehr als 25 Helfer im aktiven Dienst und mit der Einarbeitung gestartet, eine echte Erleichterung für die Teams der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin. „Fast sofort konnten wir einige Kolleginnen und Kollegen für den Nachtdienst gewinnen, hier war und ist der zusätzliche Bedarf an ausgebildetem Fachpersonal besonders hoch. Ein wenig Vorlauf haben wir gebraucht, um alle persönlich kennenzulernen und wo nötig die vertraglichen Rahmenbedingungen zu klären“, so Lages.

Über die Feiertage habe sich die Lage auf den Stationen glücklicherweise etwas beruhigt, es seien etwas weniger kranke Mädchen und Jungen in der Klinik gewesen. „Wir haben jedoch in den letzten Jahren die Erfahrung gemacht, dass sich die Versorgungssituation in den Ferienzeiten häufig kurz entspannt. Wir gehen davon aus, dass sich das Patientenaufkommen in den kommenden Tagen wieder deutlich zuspitzen wird. Wir sind daher nach wie vor über jede qualifizierte zusätzliche Hilfe sehr dankbar“, so PD Dr. Friedrich Ebinger, Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin. Die freiwilligen Helfer haben je nach Qualifikation individuelle Einsatzbereiche: Sie helfen bei Servicetätigkeiten, wie beispielsweise dem Essen verteilen, bereiten die Betten oder die Zimmer neu auf. Jennifer Niggemann ist eine der Freiwilligen, die diesen Aufgabenbereich seit Ende Dezember unterstützt. „Ich habe den Aufruf in der Zeitung gelesen und mich direkt gemeldet. Ich habe mich sofort willkommen gefühlt und ich bin froh, dass ich nun bis März aushelfen kann. Außerdem ist es toll, in eine andere Berufswelt hineinzuschauen, da ich in meinem Studium einen großen künstlerischen Anteil habe.“ Auch Dr. Peter Liese (MdE) zögerte nicht lange, als er von ehemaligen Kollegen von dem Hilferuf erfuhr. Der Europapolitiker war vor 30 Jahren Assistenzarzt in der Kinderklinik und kam jetzt für einige Dienste in der Kindekrankenpflege an seine alte Wirkungsstätte zurück. „Die Mitarbeiter leisten hier wahninnig viel. Während meiner sitzungsfreien Zeit in Brüssel habe ich auf der Kinderstation daher gerne ausgeholfen.“