Wenn sich im Schwangerschaftsverlauf bei Ihnen oder Ihrem Kind gesundheitliche Probleme ergeben, Sie eine Vorerkrankung haben oder Mehrlinge erwarten, bietet Ihnen unsere Risikosprechstunde Rat und Hilfe. Hier betreuen wir Sie in Zusammenarbeit mit Ihrer/m Frauenärztin/Frauenarzt und anderen Fachabteilungen.

Gründe für den Besuch der Risikosprechstunde können sein:

  • Erkrankungen der Mutter
  • Erkrankungen des Kindes
  • Mehrlinge 
  • Beckenendlage (BEL)
  • Plazentainsuffizienz
  • Frühgeburtlichkeit
  • Zustand nach Operationen an der Gebärmutter

Erkrankungen der Mutter

Wenn eine Grunderkrankung bei Ihnen Einfluss auf den Schwangerschaftsverlauf nehmen könnte, bieten wir Ihnen eine interdisziplinäre Schwangerschaftsbetreuung in enger Kooperation mit Ihrer/m Frauenärztin/Frauenarzt und – je nach Fragestellung – den Kollegen anderer Fachdisziplinen.

Das gilt unter anderem für Frauen mit:

  • Blutgerinnungsstörungen
  • Diabetes Typ 1,Typ 2 oder schwangerschaftsinduzierter Diabetes
  • Epilepsie
  • Herzerkrankungen
  • Autoimmunerkrankungen

Bitte vereinbaren Sie in diesen Fällen rechtzeitig einen Termin in unserer Risikosprechstunde.

Erkrankungen des Kindes

Auch wenn sich während der Schwangerschaft Hinweise auf Krankheiten oder Fehlbildungen Ihres ungeborenen Kindes ergeben, sollten Sie baldmöglichst einen Termin in unserer Risikosprechstunde vereinbaren. Dort stehen wir nach einer auffälligen Diagnose auf Wunsch für eine „Zweitmeinung“ zur Verfügung. Gemeinsam finden wir den besten Weg, Sie und Ihr Kind während Schwangerschaft und Geburt zu betreuen. Falls erforderlich können Sie mit dem kinderärztlichen Team schon vor der Geburt klären, wie das Kind nach der Geburt behandelt werden soll -  auch unser Kinderchirurg steht Ihnen beratend zur Seite.

Das gilt beispielsweise, wenn bei Ihrem Kind eine der folgenden Erkrankungen oder Auffälligkeiten vorliegt:

  • Chromosomenanomalien
  • Lippen-Kiefer-Gaumenspalte
  • andere Fehlbildungen
  • Toxoplasmose, Ringelröten u. a. Infektionskrankheiten
  • Wachstumsretardierung

Mehrlinge

Eine Schwangerschaft mit zwei oder mehreren Kindern wirft immer ganz besondere Fragen auf. Deshalb sollten Sie sich mit Zwillingen zwischen der 32. und 34. Schwangerschaftswoche in unserer Risikosprechstunde vorstellen. Falls Sie mit Drillingen oder mehr Kindern schwangern sind, stellen Sie sich bitte spätestens in der 28. Schwangerschaftswoche bei uns vor. Je nach Lage der Kinder besprechen wir hier den Geburtsablauf.

Beckenendlage

Drei bis fünf Prozent der Kinder im dritten Schwangerschaftsdrittel liegen in einer sogenannten „Beckenendlage“ mit dem „Popo“ nach unten. In den meisten Kliniken wird in einem solchen Fall routinemäßig ein Kaiserschnitt durchgeführt. Wir dagegen bieten als eine von wenigen Kliniken in OWL die Möglichkeit einer vaginalen Beckenendlagengeburt als Alternative an.

Sollte sich Ihr Kind bis zur 37. Schwangerschaftswoche nicht gedreht haben, vereinbaren Sie bitte einen Gesprächstermin in unserer Risikosprechstunde. Wenn Sie sich für eine normale Geburt entscheiden, empfehlen wir ggf. vorher eine Magnetresonanztomographie (MRT) Ihres Beckens, um dessen Maße zu ermitteln. Das MRT bringt keine Strahlenbelastung mit sich und ist daher für Sie und Ihr Kind völlig ungefährlich. Ist Ihr Becken so weit, dass Ihr Kind hindurch passen würde, begleiten wir Sie gerne durch eine vaginale Geburt aus Beckenendlage. Ist das Becken zu eng, planen wir mit Ihnen die Entbindung durch Kaiserschnitt kurz vor dem errechneten Geburtstermin.

Plazentainsuffizienz

Bei einer Plazentainsuffizienz ist die Versorgung Ihres Kindes durch den Mutterkuchen nur eingeschränkt gewährleistet. In diesem Fall kann das Wachstum des Kindes in der Gebärmutter wegen einer Mangelversorgung vermindert sein. Ihr Kind wird im Schwangerschaftsverlauf nicht mehr entsprechend wachsen.

Solange aber die Durchblutung gut ist, werden wir in enger Zusammenarbeit mit Ihrer/m Frauenärztin/ Frauenarzt die Entwicklung und das Wohlergehen Ihres Kindes durch regelmäßige Doppler- und CTG- Untersuchungen kontrollieren. So können wir den richtigen Zeitpunkt bestimmen, in dem Ihr Kind möglicherweise außerhalb des Mutterleibes besser versorgt wird. In diesem Fall würden wir mit Ihnen die Möglichkeiten einer eingeleiteten Geburt oder eines Kaiserschnitts besprechen.