So hat sich das St. Vincenz-Krankenhaus auf die Evakuierung am Sonntag vorbereitet

Ausgewählte Statements des Ärztlichen Direktors und der Pflegedirektion

Das St. Vincenz-Krankenhaus Paderborn ist von der Evakuierung am Sonntag nur teilweise betroffen: Während der Entschärfung der Bombe werden in den Mittagsstunden des Sonntags einige Patientenzimmer geräumt werden müssen. Die Patienten werden dann in sichere Bereiche des Gebäudes verbracht. Da das St. Vincenz-Krankenhaus aber auch im Evakuierungsbereich liegt, kann es ab Sonntag nicht mehr angefahren werden – weder von Rettungswagen noch von Patienten oder Angehörigen. Somit kann das St. Vincenz-Krankenhaus vom frühen Sonntagmorgen bis Montagmorgen 8 Uhr nach der Evakuierung keine neuen Notfallpatienten aufnehmen. Die Rettungsdienste sind informiert.

Dr. med. Lutz Mahlke

Dr. med. Lutz Mahlke, Ärztlicher Direktor St. Vincenz-Krankenhaus GmbH, gibt Auskunft darüber, wie sich die Ärzte auf die Evakuierungssituation – in der das St. Vincenz ja für mehrere Stunden von der Öffentlichkeit abgeschnitten sein wird – vorbereitet haben, welche Vorsichtsmaßnahmen getroffen wurden und ob es im Vorfeld Patienten-Verlegungen gab:

„So gut es uns möglich ist, werden wir an der Notfallversorgung bis Sonntagfrüh noch teilnehmen. In enger Absprache mit allen Berufsgruppen haben wir bereits Ende der Woche unser Routine-OPprogramm runtergefahren. Deshalb mussten stationäre Behandlungen teilweise leider auch auf die kommenden Wochen verschoben werden. Dadurch konnten wir am Standort St. Vincenz-Krankenhaus so viel Platz gewinnen, dass eine komplette Station für evakuierte Patienten des Brüderkrankenhauses freigeräumt werden konnte. In sehr partnerschaftlichen Gesprächen mit den Kollegen des Brüderkrankenhaues haben wir versucht, den verbleibenden Patienten beider Häuser die Behandlung und Verlegung so angenehm wie möglich zu gestalten. Dazu haben wir das Personal am Sonntag verstärkt. Die üblicherweise in Rufbereitschaft arbeitenden Kollegen werden alle während der Entschärfung in unserem Hause tätig sein.

Der Standort St. Louise ist noch viel stärker betroffen. Hier mussten alle Patienten nach extern oder nach Hause verlegt werden, da das Haus komplett geräumt wurde. Die dringend behandlungspflichtigen Gynäkologie-, geburtshilflichen und Kinder-Patienten wurden im Laufe des Freitag und Samstag nach Salzkotten verlegt, wo sie mit verstärkter Besetzung vieler Berufsgruppen betreut werden.
Alle Patienten, bei denen ein Risiko besteht, dass sie am Sonntag eine akute Verschlechterung erfahren und eventuell z. B. operative Maßnahmen notwendig werden, wurden in andere, fernere Krankenhäuser verlegt.
Für die Zeit der vollständigen Sperrung haben wir uns in den Häusern mit mehr Blutprodukten und entsprechenden weiteren Bevorratungen vorbereitet.
Zusätzlich unterstützen wir noch die beiden verbliebenen Krankenhäuser in der Region mit einzelnen Mitarbeitern, so dass wir sehr viele Mitarbeiter benötigen.

Positiv ist für mich, dass durch die vielen Absprachen und Treffen aller Paderborner Krankenhäuser und der Behörden, wir alle deutlich enger zusammengewachsen sind und sich dies sicher auch in der Zukunft angenehm auswirken wird.“
 
Auch Andreas Göke, Pflegedirektor der St. Vincenz-Krankenhaus GmbH, hatte zahlreiche Vorbereitungen zu treffen:

„In mehreren Sitzungen wurden berufsgruppenübergreifend hausintern die verschiedensten  Szenarien besprochen und gelöst. Aber auch die Kommunikation mit den Behörden ist gut. Alle Abteilungen im St. Vincenz-Krankenhaus sind am Wochenende stärker als gewöhnlich besetzt, eine „interne Informationszentrale“ ist für Sonntag eingerichtet. Alle Leitungen sind „an Bord“. Abteilungen wie IT, Apotheke, Technik sind mit anwesenden Fachleuten besetzt. Für die Mitarbeiter ist an diesem Tag die Verpflegung in der Caféteria selbstverständlich frei. Mitarbeiter/innen, die üblicherweise zu Hause über Rufdienst erreichbar gewesen wären, befinden sich am Sonntag im Krankenhaus. Auch unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Seelsorge sind anwesend. Zwei  Klinikclowns werden den Patienten Abwechslung und Ablenkung in den etwas anderen „Sonntag im Krankenhaus“ bringen. Alle unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind sehr engagiert, motiviert und außerordentlich hilfsbereit, um unsere Patienten an diesem Tag gut und sicher zu versorgen.“